Rennbericht

Neuntes Brugger Abendrennen: Florian Vogel dominierte von A bis Z

Das Brugger Abendrennen dieser Woche wurde eine Beute von Florian Vogel (Kölliken). Der amtierende Quer-Schweizermeister und erfolgreiche Biker war im Brugger Schachen eine Klasse für sich. Die Rennfahrer aus dem Zurzibiet belegten in fast allen Rennen Ehrenplätze.

Vogel war am Mittwoch nicht beizukommen. Er gewann neun der elf grossen Wertungen, war bei nahezu jedem Vorstoss dabei und kontrollierte das Rennen von A bis Z. Wie auch bei den Bike-Rennen entpuppte sich Vogel als Schnellstarter und holte sich bereits auf der ersten Runde zwei Punkte. Diese Vogel-Dominanz sollte in der Folge nicht mehr aufhören. Vogel fuhr nahezu jeden Vorstoss mit. Einmal war er mit sechs andern Fahrern in Front. Ein anderes Mal lag der Sieger mit drei weiteren Gegnern vorne. Vogel war ganz einfach immer dabei. Und dies obwohl er alleine, ohne Mannschaftsgefährten an den Start gegangen war: „Dies war kein Nachteil. So wusste ich, dass ich selber aktiv sein musste. Die Mannschaftstaktik der Gegner klappte nicht immer und sie nahmen sich die Punkte gegenseitig ab. Das kam mir zugute. “ Am Schluss erzielte Vogel mit 26 Punkten Vorsprung einen klaren Sieg. Vogel hatte nach 55 Runden 73 Wertungszähler auf seinem Konto, was in dieser Saison erst Christian Eminger beim Sieg am sechsten Abendrennen gelungen war. Der Erfolg von Brugg war für Vogel auch ein kleiner Trost für das ihn in letzter Zeit ereilte Pech. „In Brugg hatte ich für einmal keine Probleme und konnte mein Rennen von A bis Z durchziehen. An der Bike-Schweizermeisterschaft und auch an einigen Weltcup-Rennen war dies in letzter Zeit etwas anders. Im dümmsten Moment wurde ich mehrmals vom Pech ereilt und konnte meine gute Form nie richtig unter Beweis stellen. Da tut sogar auch ein kleiner Sieg wie am Brugger Abendrennen gut“ freute sich Florian Vogel über den ersten Platz von Brugg. Florian Vogel schaut allerdings nicht lange zurück, hadert weder mit dem Pech noch ruht sich lange auf den Lorbeeren aus. Er hofft nun vielmehr, Ende Juli an den MTB-Europameisterschaften in Belgien und Ende August an den Weltmeisterschaften im italineischen Livignio nochmals auftrumpfen zu können. Und als amtierender Schweizermeister wartet auf ihn auch eine reich befrachtete Quer-Saison: „Im nächsten Winter kann und will ich als Meister nicht nur einige wenige Rennen fahren. Ab dem November bin ich vielmehr bei allen Rennen dabei und hoffe so beweisen zu können, dass mein Meistertitel kein Zufall war.“ Vogel denkt nicht, dass er sich damit übernimmt: „Ich mache nach der Weltmeisterschaft eine Pause und gehe gut vorbereitet in die Quer-Saison. Ich bin überzeugt, dass ich dieses Programm durchhalten kann.“ Man darf gespannt darauf sein, ob Florian Vogel auch im Gelände mit der Gegnerschaft so umzuspringen vermag, wie ihm dies im Brugger Schachen beim neunten Abendrennen gelang.

Mit Stefan Rauber (Brugg) und Felix Köhler (Kaisten) kamen zwei der letzten Flüchtlinge von Vogel auf die Ehrenplätze. Für Rauber war es nach dem Gewinn des Abendrennens der letzten Woche bereits der dritte zweite Rang in der laufenden Saison. „Vogel war ganz einfach der Stärkste. Ihm war nicht beizukommen. Ich habe es immer wieder versucht, aber er konnte kontern und jeden Vorstoss mitfahren“ anerkannte Rauber die Leistung des Siegers.

Für Rauber blieb als Trost, dass er in der Gesamtwertung näher an den Führenden Marco Näf (Kaisten) herangekommen ist. Wegen eines Unfalles war Näf nicht am Start. Die regelmässig unter die Besten fahrenden Sepp Christen (Klingnau) und Stefan Rauber (Brugg) haben nun bis auf zehn Punkte zu Näf aufgeschlossen.

Im Nachwuchsrennen der Anfänger und Junioren fuhr auch die frischgebackene Mountain-Bike-Schweizermeisterin Petra Henzi (Rombach) mit. Gegen die männliche Konkurrenz war sie allerdings chancenlos. Die Junioren machten den Vorsprung auf die Anfänger für einmal innert weniger Runden wett. Marco Saggiorato (Ehrendingen), der als einziger Aargauer Junior an der Europameisterschaft in Moskau dabei gewesen war, drückte in der Folge mächtig aufs Tempo. Seriensieger Ivan Boutellier (Gansingen) liess sich dadurch allerdings gleichwohl nicht aus dem Konzept bringen. Als Spurtstärkster holte er sich mit vier Punkten Vorsprung bereits zum siebten Male in der laufenden Saison den Sig.

Keine neuen Siegesgesichter brachten die Schülerrennen. Lukas Müller (Steinmaur) holte sich bei den älteren Schülern ebenso wie Adrian Schraner (Sulz) bei den jüngeren zum dritten Male den Sieg.

August Widmer

 

Resultate

9. Rennen vom Mittwoch, 20. Juli 2005

Hauptkategorie (Elite/Amateure/U-23/Masters): 1. Florian Vogel (Kölliken) 52,8 km in 1:10:15 (45,096 km/h), 73 Punkte, 2. Stefan Rauber (Brugg) 47, 3. Felix Köhler (Kaisten) 16, 4. Josef Christen (Klingnau) 14, 5. Manukai Schneider (Gansingen) 13, 6. David Jansen (Brugg) 13, 7. Reto Meier (Leibstadt) 11, 8. Flavio Derungs (Zürich) 9, 9. Roger Killer (Brugg) 8, 10. Reto Streda (Muhen) 7.

Gesamtwertung: 1. Marco Näf (Kaisten) 70 Punkte, 2. Josef Christen (Klingnau) 60, 3. Stefan Rauber (Brugg) 60, 4. Gilbert Obrist (Gansingen) 45, 4. Stefan Felder (Steinhausen) 44.

Junioren/Anfänger/Frauen: 1. Ivan Boutellier (Gansingen/1. Anfänger) 18,24 km in 24:56 (43,893 km/h), 32 Punkte, 2. Mirco Saggiorato (Ehrendingen/1. Junior) 28, 3. Lukas Kalt (Leibstadt) 22, 4. Thomas Seiler (Ehrendingen) 19, 5. Christian Andres (Zurzach) 6, 6. Peter Erdin (Gansingen) 3. Ferner: 10. Petra Henzi (Rombach/1. Frau).

Gesamtstand: 1. Boutellier 121 Punkte, 2. Lukas Kalt (Leibstadt) 66, 3. Thomas Seiler (Ehrendingen) 44, 4. Silvan Dillier (Schneisingen) 43, 5. Lukas Rohner (Gansingen) 41, 6. Dominik Wink (Brugg) 32.

Schüler: Jahrgänge 1991 und 92: 1. Lukas Müller (Steinmaur) 9,6 km in 15:35 (36,963 km/h), 20 Punkte, 2. Raphael Dillier (Schneisingen) 20, 3. Lukas Bucher (Holderbank) 11, 4. Dario Stäuble (Gansingen) 7, 5. Martina Weiss (Sulz/1. Mädchen) 2, 6. Dieter Kern (Gansingen).

Jahrgänge 1993 und jünger: 1. Adrian Schraner (Sulz) 5,76 km in 10:11 (33,938 km/h), 13 Punkte, 2. Michael Schraner (Sulz) 10, 3. Fabian Lienhard (Steinmaur) 4, 4. Fabian Müller (Gansingen) 4, 5. Valentin Schraner (Sulz) 3, 6. Viviane Dillier (Schneisingen/1. Mädchen) 1.


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