34. Saison der Brugger Abendrennen

Von Runden, Seriensiegern und Ralf Wernle’s Rücktritt

Mit dem zwölften Meeting wurde am Mittwoch, den 16. August, die 34. Saison der Brugger Abendrennen abgeschlossen. Wer also auf der Internet-Seite der Abendrennen die Vorschau auf die Prüfung dieser Woche sucht, sucht vergebens. Erst ab Mai 2001 gibt es wieder Vorschauen auf die nächsten Brugger Abendrennen.

Aber die Gelegenheit, dass im Brugger Schachen schon wieder Saisonschluss ist, soll doch genutzt werden, um nochmals, in einem mehr statistischen Teil, Rückblick zu halten. Es soll also vor allem noch von Runden, Seriensiegern und Wertungspunkten die Rede sein. Und nebst Rücktritten auch von Geburtstagen: Zum Beispiel vom 30. Geburtstag der Schweizer Sporthilfe. Und dieser Geburtstag hat mit den Brugger Abendrennen zu tun: Die Brugger Abendrennen sind nämlich auf eine Idee des heutigen Sporthilfe-Direktors Edwin Rudolf zurück zu führen. Theo Rudolf, der verstorbene Vater von Edwin, war Ehrenpräsident des RB Brugg. Und sein Sohn griff die Idee von Trainingsrennen auf und setzte diese im Jahre 1967 um.

Die Brugger Abendrennen sind also älter wie die Sporthilfe. Die Abendrennen sind eine Sporthilfe bei den Rennfahrern: Die Trainingsprüfungen ermöglichen jungen Rennfahrern die ersten rennmässigen Schritte. Und den Fortgeschrittenen helfen sie manchmal aus einem Tief hinaus. Und für die meisten sind sie ganz einfach ein rennmässiges Training, wo es auch einige Prämien und Rangpreise zu gewinnen gibt.

 

Seriensieger 

Nicht ausgestorben sind die Seriensieger an den Brugger Abendrennen. Die Rennen der Hauptkategorie waren zwar ausgeglichen. Aber in den unteren Kategorien und anderswo gab es Seriensieger.

Neue Aargauer Bank und Möbel Pfister sind die ersten Seriensieger. Sie teilen sich seit Jahren ins Hauptpatronat und waren auch in der 34. Saison wieder dabei.

Der Junior Gilbert Obrist (Sulz) gewann neun Brugger Abendrennen und war damit derjenige Fahrer, der in der Saison 2000 am meisten erste Plätze im Schachen holte. Weitere Mehrfach-Sieger waren:  

5 Siege: Manuel Kalt, Leibstadt (Schüler 1986/87)
4 Siege: Daniel Kalt, Leibstadt (Schüler 1986/87)
Christian Andres, Zurzach (Schüler 1988 und jünger)
3 Siege: Manuel Pech, Sulz (Schüler 1988 und jünger)
2 Siege: Peter Meise, Ueken (Hauptkategorie)
Christian Rocha, Ehrendingen (Junioren/Anfänger)
Manuel Bachmann, Sulz (Schüler 1986/87)
Marc Stefani, Sulz (Schüler 1988 und jünger)
Ivan Boutellier, Gansingen (Schüler 1988 und jünger)

 

Je 1 Sieg holten:
Hauptkategorie: Stefan Rauber (Brugg)
Arno Wernle (Brugg)
Ruedi Keller (Gippingen)
Raphael Schweda (BRD)
Ralf Wernle (Brugg)
Christian Müller (Brugg)
Lukas Zumsteg (Sulz)
Johannes Brendel (Gippingen)
Christian Eminger (Basel/Oe)
Michi Themann (Rümlang)
Junioren/Anfänger: Adrian Meyer (Brugg)
Schüler: Nicole Mühlebach, Zurzach (Jahrgänge 1986/87)
Lukas Rohner, Gansingen (Jahrgänge 1988 und jünger)

Das schnellste Abendrennen der Saison 2000 war die letzte, über 40 Runden führende und von Ex-Profi Michi Themann gewonnene Prüfung. Sie wurde mit einem Schnitt von 46,281 km/h absolviert. Ein zweites Mal, im neunten, von Peter Meise gewonnenen Rennen, wurde ebenfalls über 46 km/h gefahren (46,166 km/h). Siebenmal lag der Schnitt zwischen 45,0 und 45,999 km/h, dreimal bei 44 und 44,999 km/h. Das siebte Rennen war mit einem Schnitt von 43,636 km/h das langsamste der Saison. Einmal wurde über 40 Runden gefahren, fünfmal über 50 Runden, einmal über 55 Runden, dreimal über 60 Runden, einmal über 65 Runden und einmal, beim elften Rennen, wurden gar 75 Runden zurückgelegt.

Am meisten Punkte sammelte Lukas Zumsteg beim achten Rennen. Er holte sich 79 Zähler. Am zweitmeisten Zähler, nämlich deren 54, gingen an den Deutschen Raphael Schweda, Sieger des fünften Rennens. Einmal am Start, war den Profis also nicht beizukommen: Zumsteg (bei der Schweizer Mannschaft Phonak) und Schweda (beim Team Nürnberger) starten beide in Zweit-Division-Profi-Mannschaften. Das zeigt doch, dass die Brugger Abendrennen auch für Spitzenfahrer eine willkommene Abwechslung und ein beliebtes rennmässiges Training sind.

Und wenn wir schon bei Zahlen sind: Das zuschauermässig bestbesuchte Rennen war das zwölfte Abendrennen vom 16. August, das bei schönstem Sommerwetter in Szene ging. Gemessen wurde der Zuschaueraufmarsch anhand der Würste, die rasch ausverkauft waren. Und auch die 100 Nussgipfel gingen weg wie „frische Gipfeli“. Da blieb dem Helferteam schlussendlich nur der Griff zur Patisserie ......

 

Rücktritt von Ralf Wernle 

Arno und Ralf Wernle waren das einzige Brüderpaar, das in der Hauptkategorie zum Erfolg kam. Inskünftig wird es dies nicht mehr geben: Ralf, der jüngere der Wernle-Brothers hat nämlich das Rennrad nach dem letzten Abendrennen an den berühmten Nagel gehängt. Er musste den Nagel zwar selber einschlagen, was ihm als Schreiner nicht schwerfiel. Das Rennrad daran zu hängen, machte ihm schon etwas mehr Mühe: „Etwas Wehmut befällt mich schon, wenn ich daran denke, dass meine Karriere, die ich bereits als Schüler beim RB Brugg begann, nun zu Ende ist. Vor allem, wenn ich daran denke, dass ich gerade in der Saison 2000 einen weiteren Schritt nach vorne gemacht habe. So konnte ich am Kriterium von Schaffhausen als Fünfter einige Profis hinter mir lassen und habe bewiesen, dass ich nicht nur an den Brugger Abendrennen vorne mitfahren kann. Zum Glück wartet eine neue berufliche Herausforderung im Computer-Bereich auf mich, so dass es mir nicht langweilig wird.“ Ralf Wernle hängt also sozusagen mit dem Rennrad auch seinen Beruf als Schreiner an den Nagel. Dafür wird er ab nächstem Jahr im Vorstand des RB Brugg, dem er bereits bisher als Vizepräsident angehört, eine Stufe höher steigen: Er hat sich nämlich bereit erklärt, das Präsidenten-Amt zu übernehmen. Und der Präsident hat auch auf die Abendrennen ein Auge zu richten, obwohl denen mit dem früheren Präsidenten André Keller ein versierter OK-Chef vorsteht. Ralf Wernle wird also nach seinem Rücktritt dem RB Brugg und den Abendrennen auch inskünftig erhalten bleiben.

 

Blick ins nächste Jahr

Bereits steht nämlich fest, dass es auch im nächsten Jahr in Brugg wieder Abendrennen geben wird. Die Saison wird ähnlich wie die diesjährige verlaufen. Gleichwohl wird es dies oder jenes an Speziellem geben. So ist ein Jubiläum fällig. Im Brugger Schachen feiert man ja nicht nur runde, sondern auch spezielle Jubiläen. Das Jubiläum „35. Saison der Brugger Abendrennen“ dürfte wieder der Termin eines solchen Zwischenhaltes sein. Wie im Detail die nächstjährige Saison aussieht, steht noch nicht fest. Am Ende der Saison 2000 darf man der Saison 2001 bereits gespannt entgegenschauen.(awi)