Am Mittwoch, den 2. Juni, geht die Saison 2010 der Brugger Abendrennen weiter. Auf dem Programm stehen nicht nur die üblichen Rad-Rennen, sondern erstmals kommen einige Dutzend Oldtimer als Besucher des Abendrennens in den Schachen.
Diese historischen Fahrzeuge, von denen die meisten von den Freunden Alten Blechs aller Marken aus der Region Brugg präsentiert werden, fahren natürlich kein Rennen. Vor, zwischen und nach den Radrennen drehen sie in drei Blocks allerdings einige Schachen-Runden. Damit zeigen sie, dass diese Fahrzeuge noch fahrtüchtig sind und die Motoren nicht nur im Leerlauf knattern können. Während die Radsportler im Einsatz stehen, können die Fahrzeuge am westlichen Ende der Rennstrecke besichtigt werden. Dass die Oldtimer den Brugger Abendrennen einen Besuch abstatten, dürfte zu einem Höhepunkt der Saison 2010 werden. In den Schachen kommen nicht nur etliche Autos zwischen 30 und 50 Jahren, an die sich ältere Rennbesucher sicherlich noch zu erinnern vermögen oder die sie in jungen Jahren vielleicht selber gefahren sind. Vielmehr werden auch einige Raritäten, wie ein Opel aus den 30iger Jahren, ein Morgan Three Wheeler aus dem Jahre 1933 oder ein Fiat Topolino aus dem Jahre 1938 zu bestaunen sein.
Fahrrad und Auto können sich zwar auf der Strasse mitunter ins Gehege kommen. Aber eigentlich gehören sie zusammen. In den Anfängen des Autos waren es Fahrrad-Hersteller, welche die ersten Autos bauten und später zu den motorisierten Rädern wechselten. So war Opel vor einem Jahrhundert einer der grössten Fahrrad-Hersteller Europas und betrieb auch eine eigene Profi-Rennmannschaft. Nachdem sich die deutsche Traditionsmarke auf die Herstellung von Autos verlegt hatte, wurde die Produktion von Fahrrädern aufgegeben. Auch Peugeot war ein bekannter Hersteller von Fahrrädern und betrieb während vielen Jahrzehnten auch Ausrüster von Profi-Mannschaften, die auch an der Tour de France brillierten. Bei den Franzosen steht mittlerweile auch die Produktion von Autos im Vordergrund. Wer jedoch den Show-Room der Traditionsmarke auf der Champs-Elysées in Paris einmal besucht, wird dort nicht nur die modernsten Autos, sondern auch Fahrräder antreffen.
Die Radsportler von heute drehen ihre Runden nicht mehr auf Rädern der Marken Opel oder Peugeot. Sie vertrauen vielmehr auf Produkte von Spezialkonstrukteuren, die zu einem grossen Teil in Italien oder in Asien zu Hause sind. Wichtig sind nebst den zu einem grossen Teil in Asien hergestellten Rahmen jedoch nach wie vor die Komponenten. Diese kommen weiterhin aus Italien oder Japan oder seit gut zwei Jahrzehnten auch Amerika. Nicht nur das Auto, sondern auch das Fahrrad und insbesondere das Rennrad hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung gemacht.
Einzig knattern können die Fahrräder, im Gegensatz zu den Autos, auch heutzutage nicht. Dafür sorgen die auf ihnen sitzenden Radsportler immer wieder für Stimmung und Spannung. Beim dritten Brugger Abendrennen der Saison 2010 wird dies trotz des Besuchs der Oldtimer nicht anders sein. Die Schüler machen wie gewohnt um 18 Uhr den Auftakt. Nach der ersten Einlage der Oldtimer geht es um 18.45 Uhr mit dem Rennen der Anfänger und Schüler weiter. Zwischen 19.30 und 20.30 Uhr steht das Kriterium der Elite, Amateure und Masters auf dem Programm. Für einmal macht dieses Hauptrennen nicht den Schluss des Meetings. Vielmehr drehen die Oldtimer nach dem Kriterium nochmals einige Runden und sorgen so für einen würdigen Abschluss des dritten Abendrennens der Saison 2010.
August Widmer