Mit der vierten Prüfung werden am Mittwoch, den 9. Juni, die diesjährigen Brugger Abendrennen fortgesetzt. Da keine Einlage-Prüfungen auf dem Programm stehen, kommen, gutes Wetter vorausgesetzt, die Rennfahrer zu einer ausgiebigen Trainingsgelegenheit.
Die Einlage-Prüfungen, wie das Oldtimer-Treffen am dritten Abendrennen, bringen zwar mehr und anderes Publikum in den Brugger Schachen. Aber bei den Radsportlern sind diese Einlage-Prüfungen nicht besonders beliebt. Sie führen dazu, dass die Rennen wegen des gedrängten Programms kürzer werden. Dabei möchten die Rennfahrer natürlich möglichst lange trainieren. Muss dann noch, wie beim zweiten Abendrennen, ein Gewittereinbruch befürchtet werden, rasch zu ihren Rennen starten.
Beim vierten Rennen gibt es diesen Interessenkonflikt zwischen Rennfahrern und Veranstalter nicht. Die Radsportler stehen diesmal ganz klar im Mittelpunkt, stehen doch nur die Radrennen auf dem Programm. Und da wir uns langsam dem längsten Tag des Jahres nähern, kann vor allem mit einem langen Hauptrennen gerechnet werden.
Der bisherige Saisonverlauf hat der Saison 2010 Konturen gegeben. Die Prüfungen verlaufen spannend und sind hart umkämpft. Mit Lukas Kalt (Kleindöttingen) und dem Litauer Marius Bernatonis vermochten sich bisher zwei Fahrer ins Siegerbuch einzutragen, die im Brugger Schachen noch nie gewonnen haben. Hinter diesen beiden Siegern landeten mit Ivan Boutellier, Christian Eminger, Ruedi Keller und Christian Weber Fahrer auf den Ehrenplätzen oder gehörten zu den Animatoren, die man im Schachen bestens kennt. Diese Routiniers möchten natürlich nur allzu gerne auch zum Sieg kommen und streben diesen beim vierten Meeting an.
Einfach ist es, wie die ersten Rennen gezeigt haben, allerdings auch in dieser Saison nicht, zum Erfolg zu kommen. Auch in der 44. Saison sind die Abendrennen eine hartumkämpfte Sache und Sieg und Ehrenplätze sind eine Prestigeangelegenheit. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass im Aargau und auch in der übrigen Deutschschweiz in den letzten Jahren einige Radrennen verschwunden sind. Die Radsportler sind da natürlich über die in Brugg gebotenen Startgelegenheiten froh und kommen immer wieder in grosser Zahl in den Schachen. Es sind zwar Trainingsrennen und ein Erfolg darf nicht überbewertet werden. Gleichwohl gibt ein Sieg im Schachen Motivation für weitere Taten, ist Lukas Kalt, der Sieger des ersten Abendrennens überzeugt. Dass sich viele diese Motivation holen wollen, zeigt sich schon darin, dass die beiden ersten Hauptrennen mehr als 50 Fahrern bestritten wurden. Auch bei den Anfängern und Junioren waren immer mehr als 30 Fahrer am Start.
Wie gewohnt machen auch beim vierten Abendrennen die Schüler den Auftakt. Bei den Schülern vermochten sich bisher Dominik Weber (Oberhofen) und Johan Jacobs (Steinmaur) bei den älteren Jahrgängen und Daria Hofer (Stilli) bei den Jüngeren ins Siegerbuch einzutragen. Daria Hofer ist die einzige Teilnehmerin der diesjährigen Abendrennen, die bereits zwei Siege aufweist. Sie liess ihrer männlichen Gegnerschaft bisher keine Siegeschance. Bei den Junioren und Anfängern kamen bisher der Anfänger Nico Denz vom Velo- und Bike-Club Waldshut-Tiengen und Florian Suter vom Velo-Bike-Team Seetal Seon zum Erfolg. Bei beiden Nachwuchssiegern erscheint das Wörtchen Bike in der Vereins- Bezeichnung. Mit Bike sind an und für sich die Mountain-Biker gemeint. Dass sie auch schnell auf der Strasse sind, haben die ersten Abendrennen gezeigt. Die vierte Prüfung vom 9. Juni wird zeigen, ob die Mountain-Biker weiterhin vorne mitzuhalten vermögen oder ob die reinen Strassenfahrer den Ton angeben.
August Widmer
August Widmer