Fünftes Brugger Abendrennen am 15. Juni

Schon steht die Sommerpause an


Am 15. Juni findet das fünfte Brugger Abendrennen der laufenden Saison statt. Mit diesem Abendrennen wird der erste Teil der Saison 2011 abgeschlossen. Wegen des Turnfestes und des Jugendfestes kommt es nach dem fünften Abendrennen zu einem Unterbruch von zwei Wochen. Die 45. Saison der Brugger Abendrennen wird am 6. Juli mit dem sechsten Abendrennen fortgesetzt.
Vor der Sommerpause wollen sich die Rennfahrerinnen und Rennfahrer nochmals von der besten Seite zeigen. Bereits die Schüler, die ab 18 Uhr ihre beiden Rennen in Angriff nehmen, werden mit viel Elan auf die Strecke gehen. Ihnen folgen um ungefähr 18.30 Uhr die Junioren und Anfänger. In diesem Rennen fahren im Normalfall auch die Frauen mit. Es seit denn, man heisse Nicole Cooke und sei Olympiasiegerin: Die während der Sommersaison im Tessin lebende Engländerin kommt nicht nach Brugg, um in Nachwuchsrennen mitzufahren, sondern startet jeweils in dem kurz nach 19 Uhr in Szene gehenden Kriterium für die Elite, Amateure und U-23. Zur Auflockerung des Programms findet am 15. Juni das Clubrennen der Hobbyfahrer statt. Dazu nach dem Hauptrennen, ungefähr um 20.30 Uhr gestartet. Pro Verein sind vier Fahrer, die jedoch nicht lizenziert sein dürfen, startberechtigt. In den vergangenen Jahren war dieses Clubrennen immer sehr umkämpft und es ist davon auszugehen, dass sich die Hobbyfahrer vor der „Ferienpause“ auch diesmal nichts schenken werden.
Die Brugger Abendrennen haben sich in den vergangenen mehr als vier Jahrzehnten weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Auch in dieser Saison sind verschiedentlich Fahrer aus dem Ausland am Start. Von Olympiasiegerin Nicole Cooke, die in der Saison 2011 bereits zweimal an den Start ging, war bereits die Rede. Im Schachen regelmässig dabei sind Fahrer aus Deutschland. Der Nachwuchs aus Waldshut gehört zu den Stammgästen und sorgt dafür, dass nicht alle Siege bei den jüngsten Rennfahrern ins Fricktal wandern. Bei den letzten Rennen mit von der Partie waren mit Uli Rottler und Sven Winter auch zwei Fahrer aus Villingen. Eine starke Leistung gelang ihnen am dritten Abendrennen. Rottler fuhr auf den siebten Rang, Winter wurde 18. Vor allem der siebte Rang von Uli Rottler ist erwähnenswert. Mit seinen 57 Jahren ist er nämlich der älteste Radsportler, der in Deutschland lizenziert ist. Rottler war zu seinen grossen Zeiten – die waren Ende der 70iger, anfangs 80iger Jahre – einer der besten Deutschen Radrennfahrer. Er war bereits damals auch in der Schweiz bestens bekannt. So fuhr er im Jahre 1982 in der Schweizer Mannschaft „Bianchi“ und war ein Helfer des legendären Richard Trinkler. Inzwischen selber zur Radlegende geworden, kommt Rottler immer noch gerne in die Schweiz: „Die Ambiance an den Brugger Abendrennen gefällt mir und ich komme immer wieder gerne nach Brugg. Ich fuhr schon in der letzten Saison einige Abendrennen und will dies auch in diesem Jahr so machen.“ Mit dem Auto ist Rottler in einer Fahrzeit von gut einer Stunde von dem im Schwarzwald nördlich von Schaffhausen gelegenen Villingen in Brugg. Rottler kann sich als selbständiger Betreiber eines Fahrrad-Geschäftes in Villingen inzwischen die Zeit zum Radfahren einteilen. Deshalb liegt der Abstecher zu den Brugger Abendrennen auch drin. Früher war dies anders: Als er sein Geschäft aufbaute, ging er jeweils erst spät am Abend trainieren und wurde von seiner Frau im Auto begleitet: „Sie fuhr hinter mir her und gab mir mit dem Auto Licht damit ich sah, wo ich durchfuhr.“ Dieses Spezialtraining zahlte sich aus. Rottler war mehrfacher deutscher Meister und nahm 1981 in Prag an den Amateur-Weltmeisterschaften teil. Obwohl längst zur Radsport-Legende geworden vermag Rottler mit den Jungen nach wie vor mitzuhalten, wie der siebte Rang beim dritten Abendrennen zeigte. Dass er nach wie vor aktiv ist, erklärt Uli Rottler ganz einfach: „Wer einmal vom Velo-Virus befallen ist, wird dies ein Leben lang nicht mehr los.“
Zum Velo-Virus dazu zu zählen ist auch das Abendrenn-Virus. Und wie das Beispiel von Uli Rottler und seinem Kameraden Sven Winter zeigt, macht der Abendrenn-Virus nicht vor den Landesgrenzen halt. Dieses Virus ist zwar ansteckend, aber nicht schädlich: So werden sicherlich die Rennfahrer und die Zuschauer dabei sein, wenn am 6. Juli zur zweiten Saisonhälfte, die noch insgesamt sieben Rennen umfasst, gestartet wird.

August Widmer

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