Mit dem neunten Abendrennen wird am Mittwoch, den 21. Juli, die 44. Saison der Brugger Abendrennen fortgesetzt. Mit dieser Prüfung wird das letzte Renndrittel in Angriff genommen.
Wichtig ist dies vor allem für diejenigen Fahrer, die sich Chancen in der Saisonwertung ausrechnen. Wer jetzt nicht vorne dabei ist, kann sich die Gesamtwertung abschminken. Im Brugger Schachen macht man sich allerdings keine Geschenke. Das hat das siebte Abendrennen gezeigt, mit dem nach der Pause wegen des Jugendfestes am 7. Juli die Saison wieder fortgesetzt worden war. Früh hatten sich sieben Spitzenfahrer in einer Fluchtgruppe zusammen gefunden. Diese Fluchtgruppe harmonierte so lange gut, bis das Feld 50 Sekunden zurück lag. Dann waren sich die Spitzenfahrer nicht mehr einig, spurteten um Punkte und Prämien und rasch war die Einheit an der Spitze vorbei. Nach Angriffen mussten Lukas Rohner als Erster, dann Sepp Christen und Ivan Boutellier und am Schluss auch noch Christian Weber die Spitze ziehen lassen und fielen ins Feld zurück. Eine Spitze, in der der unverwüstliche, mittlerweile 46jährige Christian Eminger mächtig auf die Spitze drückte. Eminger holte sich den Sieg und liegt in der Bestenliste aller Abendrennen nun nur noch einen Zähler hinter Roland Salm zurück. Der vierfache Profi-Schweizermeister hatte in den 70iger Jahren 34 Mal ein Abendrennen gewonnen. Eminger ist mittlerweile bei 33 Siegen angelangt. Jetzt, wo ich so nahe am Rekord bin, ist es natürlich schon ein Ziel, diesen zu egalisieren oder sogar zu übertreffen, gab Eminger nach seinem zweiten Sieg in der laufenden Saison zu. Man kann nun gespannt darauf sein, ob Eminger noch ein oder mehrmals in dieser Saison zu gewinnen vermag. Nachdem David Jansen Ende Juni den über 30jährigen Rekord im km-Zeitfahren verbesserte, ist nicht ausgeschlossen, dass in dieser oder spätestens in der nächsten Saison ein weiterer legendärer Rekord im Brugger Schachen fallen wird.
Beim siebten Abendrennen wurde vor allem von der erfolgreichen Spitzengruppe gesprochen. Deshalb ging fast etwas unter, dass der Auftakt in die zweite Saisonhälfte sehr prominent besetzt war und jeder nationalen Prüfung gut angestanden hätte. Dass der Sechstagefahrer Franco Marvulli im Brugger Schachen dabei ist, hat schon bald Tradition. Mit Primin Lang erschien ein frischgebackener Schweizermeister am Start. Lang war Ende Juni an den Schweizermeisterschaften in Kriegstetten Dritter geworden und durfte sich als erster Fahrer eines nationalen Teams zum nationalen Schweizermeister ausrufen lassen. Sozusagen der internationale Schweizermeister ist Martin Elmiger. Elmiger, der in früheren Jahren auch schon in Brugg am Start war, fährt im Moment das Meisteremblem an der Tour de France spazieren. Am siebten Abendrennen war auch der Profi Hubert Schwab dabei. Schwab war beim Grossen Preis des Kantons Aargau in Gippingen als bester Schweizer auf den neunten Rang gekommen. Schwab hatte im Frühjahr auch schon an den Haselrennen teilgenommen. Dass der Baselbieter eine gute Beziehung zum RB Brugg hat, dürfte auch daran liegen, dass sein Trainer Daniel Müller in jungen Jahren ein starker Fahrer in den Reihen der Brugger war. Mit dem Freiämter Urs Huber (Jonen) fuhr am 7. Juli auch einer der derzeit besten Schweizer Langstrecken-Biker mit. Huber versuchte alleine zur Spitze aufzuschliessen. Er hatte mit diesem Unterfangen ebenso wenig Erfolg wie Marvulli und Lang, welche es mehrere Male gemeinsam versuchten.
Die Brugger Abendrennen haben ihre eigenen Gesetze und da ist es auch für Spitzenfahrer nicht immer einfach, ganz vorne dabei zu sein. Man kann deshalb gespannt darauf sein, wer beim neunten Abendrennen vom 21. Juli vorne mitzuhalten vermag. Ist es einer der Schachen-Dominatoren oder vermag ein anderer Spitzenfahrer obenaus zu schwingen? Auch das neunte Abendrennen beginnt um 18 Uhr mit den Rennen den Schülern. Ihnen folgen die Anfänger und Junioren, bei denen auch die Frauen mitfahren. Abgeschlossen wird auch der neunte Rennabend kurz nach 19 Uhr mit dem Kriterium der Elite, Amateure und Senioren.
(awi)